Der Tweelbäker Schützenhof

Wohnhaus mit Dampfmühle (1900)

Ansichtskarte aus Tweelbäke (um 1905)


 

Vor über 200 Jahren begann die Besiedelung des Moorgebietes "An der Tweelbäke".
1820 mit dem Anlegen der Straße "Bremer Chaussee", der heutigen Bremer Heerstraße, gewann Tweelbäke an Bedeutung. Um den Bauern der Umgebung den Weg zu einer Mühle in Oldenburg zu ersparen wurde am Borchersweg 26 ein Wohnhaus mit einer Dampfmühle errichtet.

 

1898 erfolgte der Ausbau des Hauses zu einer Wirtschaft und Handlung. In der Handlung bekam man alles für den täglichen Bedarf. Die Wirtschaft "Zum grünen Kranz" hatte einen Saal und wurde zum Mittelpunkt des geselligen Lebens in Tweelbäke. Zu dieser Zeit war Gerhard Harms Wirt und Besitzer. Um 1900 hat er den Gasthof in "Im Krug zum grünen Kranze" umbenannt. Die Gründe sind nicht überliefert.

 


Der Gasthof "Zum grünen Kranze" (1903)

Der Saal des Gasthofs (1903)


 

1905 gründete der Wirt Gerhard Harms mit einigen anderen begeisterten Schützen den "Schützenverein Tweelbäke". Die Schießübungen und Vereinstreffen fanden in den Räumen der Gastwirtschaft statt. Wahrscheinlich wurde der Gasthof danach in "Tweelbäker Schützenhof" umbenannt.

 

Der "Tweelbäker Schützenhof" um 1910

 

Viele Tweelbäker Vereine wurden im "Schützenhof" gegründet.
Nach Gründung des Schützenvereins folgten 1908 der Radfahrverein "Fahrwohl" und 1911 der Turnverein "Einigkeit Tweelbäke". Beide Vereine gibt es nicht mehr. Aber auch der "Reiterverein Tweelbäke", der "Landvolkverband" und der "Heimatverein Tweelbäke" hatten hier ihre Heimat. Der 1946 gegründete Heimatverein führte jährlich ein Theaterstück im Schützenhofe auf, das sich großer Beliebtheit erfreute.

 

Der Besitzer Emil Mehrens mit seiner Ehefrau Johanne und den Kindern vor dem "Schützenhof" nach einem Umbau (1915)

 

Foto vom "Tweelbäker Schützenhof" mit dem Oldenburger Fotografen Gustav Alexander Tahl (1930)

 
 

1937 kamen Joahnn Anton Wilhelm Decker und seine Frau Johanne Wilhelmine geb. Schmidt von Elsfleth nach Tweelbäke und übernahmen den "Tweelbäker Schützenhof". Als Wirt erlangte er schnell das Vertrauen der Tweelbäker und der Tweelbäker Vereine, die ihm weiter die Treue hielten.

Gemeinsam mit seiner Frau führte er den Schützenhof durch die schwere Zeit des 2. Weltkriegs und die Nachkriegszeit.

In seine Zeit fiehlen viele Um- und Ausbauten am Schützenhof an.

 

Arno Decker übernahm den Tweelbäker Schützenhof 1963 von seinen Eltern und führte ihn gemeinsam mit seiner Frau Irma bis 1997. Arno Decker wurde 1922 in Elsfleth geboren und kam 1937 mit seinen Eltern, die den Schützenhof bis 1963 führten, nach Tweelbäke. Hier lernte er Irma geb. Baars kennen die er am 9. April 1948 heiratete.

 

Der Schützenhof kurz nach der Übernahme von Arno Decker. Der Lebensmittelhandel war aufgegeben worden. (1963)

 

An dieser Theke hat so mancher Tweelbäker ein Bier getrunken (1963)

 

Mit der Übernahme des Schützenhofes wurde der Lebensmittelhandel eingestellt. Dadurch konnten neue Gasträume geschafft werden und andere Räume vergrößert werden. (1963)


Bereits 1960 erhielt der Schützenhof eine Kegelbahn. Diese Kegelbahn trug sehr zur Beliebtheit des Gasthofes bei. Kegelclubs und Kohlfahrtteilnehmer konnten sich nun ausgiebig dem Kegelsport widmen.

 Der Schützenhof (1990)

 

Der "Tweelbäker Schützenhof" im Jahr des 100jährigen Jubiläums (1998). 

Irma und Arno Decker hatten den Gasthof 1997 aus Altersgründen in andere Hände übergeben

(2006)

Die 1980 grundlegend renovierte Schützenhalle auf dem Grundstück des ehemaligen "Schützenhofs" (2006)


Mehrfach wurde das Haus verpachtet, aber alle Versuche den Schützenhof zu altem Glanz zu verhelfen schlugen fehl. 2006 wurde der Schützenhof abgerissen. Damit ging eine traditionsreiche Gaststättenäera zu Ende. Geblieben ist auf dem Grundstück das Schützenheim, das direkt neben dem Gasthof stand. Hier findet weiterhin der Schießbetrieb des Schützenvereins statt.

Das Schützenheim heute (2019)

 

(Bilder und geschichtliche Aufarbeitung: alt-Oldenburg.de)