Spielmannszug Tweelbäke

Der Spielmannszug Tweelbäke (Foto: Verein)
Der Spielmannszug Tweelbäke (Foto: Verein)

Der Spielmannszug Tweelbäke wurde im September 1926 vom Kriegerverein gegründet. August Ramke übernahm als Tambourmajor den Spielmannszug. Er wandte sich an Johann Schütte, denn beide waren beim Militär Tambour und Hornist gewesen. Hermann Schäfer, der auch mitmachen wollte und Notenkenntnisse hatte, gehörte mit zum Ausbildungspersonal. Der Kriegerverein übernahm zum größten Teil die Ausrüstung, Instrumente und Uniformen. Nach einer Werbeaktion hatten sich 11 Männer eingefunden. Es waren folgende Spielleute: August Ramke als Tambourmajor, Johann Schütte als erster Trommler, Hermann Schäfer als erster Pfeifer, ferner Johann Lütje, Fritz Lütje, August Köster, Gustav Rüscher, August Rüscher, Adolf Schäfer, Diedrich Masemann und Bernd Hartmann.

 

Zum Üben und Marschieren gingen sie damals von Haus zu Haus. Geübt wurde nach Hilfsnoten, d.h. Grifftabellen, was bis zum Schluss beibehalten wurde. Die erste Pauke wurde sogar selbst gebaut: es wurde eine Stickstofftrommel mit Leinen bespannt und 4-5mal geölt und ein paar Becken dazu besorgt. Diese Idee kam von Fritz Lütje. Er wurde deshalb auch zum Paukenschläger ernannt. Manche frohe Stunde hat damals beim Üben stattgefunden.

 

Ihren ersten Auftritt hatten sie im Mai 1927 beim Verbandskriegerfest in Wardenburg. Hierfür wurden 4 aktive Märsche einstudiert und erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Einige Jahre waren sie sogar beim Bundeskriegerfest in Wilhelmshaven zu Gast.

 

Im Jahr 1939 starb der bisherige Tambourmajor August Ramke nach kurzer schwerer Krankheit. Auf Wunsch von August Ramke übernahm Hermann Schäfer nun die Leitung des Spielmannszuges. Der zweite Weltkrieg begann und die Gruppe schmolz auf lediglich 5 Mann (2 Trommler, 3 Pfeifer). Als am Ende nur noch 4 Spielleute übrig blieben, hatte es keinen Zweck mehr, weiterzuspielen.

 

Der Schützenverein Tweelbäke erfuhr davon, dass der Spielmannszug sich auflösen wollte und machte dem Spielmannszug das Angebot, sich dem Schützenverein einzugliedern. Durch Neuwerbung sollten neue Spielleute angeworben und als Schützenspielmannszug weiter musiziert werden. Bei einer Winterkaffeetafel am 13. September 1953 wurde der Spielmannszug als Schützenspielmannszug neu gegründet. Es fanden sich nach und nach immer mehr junge Leute, die Trommel oder Pfeife lernen wollten. Nachdem eine richtige Pauke und Becken angeschafft wurden, fehlte Geld für eine Lyra. Sie sollte 550 Mark kosten. So wurde eine Sammelaktion gestartet, bei der sich der Schützenverein, die Damenabteilung, Geschäftsleute, Handwerker und Landwirte aus ganz Tweelbäke beteiligten. Im Jahr 1961 wurde aus eigenen Mitteln dann eine zweite Lyra angeschafft.

 

1956 wurde Heinrich Lütje zum Tambourmajor ernannt, weil Hermann Schäfer die erste Lyra übernommen hatte. Der Spielmannszug bestand zu dieser Zeit aus 25 Spielleuten. 1961 übernahm Helmut Lütje das Amt des Tambourmajors und Heinrich Lütje wurde Vize-Tambourmajor.

Die Standarte beim Jubiläum 1976 (Foto: Verein)
Die Standarte beim Jubiläum 1976 (Foto: Verein)

Im August 1976 feierte der Spielmannszug Tweelbäke im Tweelbäker Schützenhof sein 50-Jähriges Bestehen. Zahlreiche Glückwünsche und Geschenke konnte Helmut Lütje entgegennehmen, der mittlerweile 31 Spielleute zu leiten hatte. Das größte Geschenk, und damit auch eine Überraschung, überbrachten die Ehefrauen der Jubilare. Es handelte sich um eine Standarte, die von Edith Gröne mit viel Geschick angefertigt wurde und nun bei Auftritten mitgeführt wurde.

 

Nach 25 Jahren übergab Helmut Lütje die Stabführung an seinen Nachfolger Andreas Linck. Aus diesem Anlass wurde Helmut Lütje beim Schützenfest in Tweelbäke mit dem silbernen Ehrenteller der Stadt Oldenburg geehrt, der ihm von Dr. Niewerth überreicht wurde.

Nach 57 Jahren "Männerwirtschaft" wurden 1983 nun auch weibliche Mitglieder in den Spielmannszug aufgenommen. Die ersten beiden Frauen waren Doris Klaener und Marion Kruse.

 

Zwischenzeitlich hatte der Spielmannszug 32 Mitglieder. 1989 verließ Andreas Linck den Verein und Erwin Klaener wurde als neuer Tambourmajor gewählt. Joachim Kruse wurde Übungsleiter und Vertreter des Tambourmajors. 

 

Aufgrund von Nachwuchsproblemen seit Mitte der Neunziger Jahre, konnte der Spielmannszug aus Altersgründen an keinem auswärtigen Schützenfest mehr teilnehmen. Die 23 aktiven Spielleute spielten von nun an nur noch für das eigene Dorf auf diversen Veranstaltungen. So waren sie bis zuletzt ein fester Bestandteil in der Dorfgemeinschaft. Sie spielten auf dem Schützenfest, dem Osterfeuer, Maibaumsetzen und beim Erntefest.

 

Anlässlich des 100-Jährigen Jubiläums des Schützenvereins im Jahr 2005, aktivierte sich der Spielmannszug ein letztes Mal und nahm am Jubiläumsschützenfest teil. Den letzten öffentlichen Auftritt hatten sie dann zum Jubiläum des Huntloser Spielmannszuges, bei dem mit 16 Spielleuten eine letzte "Abschiedsveranstaltung" gegeben wurde. 

(Foto: Musikzug)
(Foto: Musikzug)


Am 15. September 2006 trafen sich 22 ehemalige Spielleute zu einer privaten Feier um das 80 Jährige Jubiläum des Spielmannszuges zu begehen. Viele von ihnen haben auch heute noch guten Kontakt und treffen sich regelmäßig, um sich an die alten Zeiten zu erinnern.

 

Der alte Tweelbäker Schellenbaum wurde 2006 vom Spielmannszug Sandkrug übernommen, der sich nach einjähriger Spielpause im Oktober 2018 unter neuem Namen als "Musikzug Sandkrug" wiedergegründet hat. Auch heute noch befindet sich der alte Tweelbäker Schellenbaum im Besitz der Sandkruger Spielleute.

Der Spielmannszug in den 1980ern (Foto: Verein)
Der Spielmannszug in den 1980ern (Foto: Verein)
Der Spielmannszug beim Schützenfest 1976 (Foto: Verein)
Der Spielmannszug beim Schützenfest 1976 (Foto: Verein)